In alter Dorfschule öffnet Kunstgalerie

In alter Dorfschule öffnet Kunstgalerie

Eine international tätige Künstlerin mit Ateliers in der Schweiz und Italien stellt erstmals in ihrem neuen Domizil in Ruppertsgrün aus.


erschienen am 01.07.2015

Ruppertsgrün. Agnieszka Balut Siudzinska hat schon in vielen Kunstgalerien in Europa ihre Werke ausgestellt. Ab 25. Juli zeigt sie einige davon in der ehemaligen Dorfschule von Ruppertsgrün. Eine Premiere. Das alte Gebäude hat die 50-Jährige 2013 von der Gemeinde Fraureuth gekauft und will dies in ihr neues Zuhause umgestalten.
Zuhause ist Agnieszka Balut Siudzinska in Lugano, einer knapp 55.000 Einwohner zählenden Stadt im Süden der Schweiz. Der Ort, umrahmt von Bergen und am Ufer des Luganer Sees gelegen, gehört zu den gefragtesten Adressen in der Schweiz. "Lugano ist aber auch eine der teuersten Städte im Land, und größere Räume sind Mangelware. Deshalb habe ich dort auch nur ein kleines Atelier", sagt Agnieszka Balut Siudzinska. Ein zweites Studio unterhält sie rund 80 Kilometer von Lugano entfernt im italienischen Milano. "Das ist die Kunstmetropole Italiens, doch die Preise und Mieten sind kaum erschwinglich - einer der Gründe, warum ich mich in Deutschland nach einer Alternative umgesehen habe. Ich wohnte schon einmal in Baden-Württemberg, kenne die Deutschen und mag deren Mentalität", sagt die Künstlerin.
Eigentlich ist Agnieszka Balut Siudzinska in der ganzen Welt zuhause. In Polen wurde sie als Tochter einer Zahnärztin und eines Anwaltes geboren, studierte in Warschau Journalistik und arbeitete fünf Jahre in der Kulturredaktion des staatlichen polnischen Fernsehens. Mit dem Fall der Mauer zog sie erst nach Baden-Württemberg und dann weiter nach Rio de Janeiro, wo sie sich hauptsächlich der Malerei und Fotografie widmete. "Eine tolle Stadt, aber auch sehr gefährlich und das besonders für Frauen. Daran konnte ich mich in den zwölf Jahren, die ich in Rio lebte, einfach nicht gewöhnen. Und in den zurückliegenden Jahren nahm die Kriminalität immer mehr zu." Irgendwann fühlte sie sich nicht mehr sicher und zog zurück nach Europa. Freunde besorgten ihr eine kleine Wohnung in der Schweiz. "Ich kann mir vorstellen, künftig in Ruppertsgrün zu leben", sagte die Künstlerin bei ihrem letzten Besuch in dem Dorf.
Mit dem Umbau des alten Gebäudes hat sie bereits begonnen und den Kopf voller Pläne. Dazu gehört, sich auch einmal von ihrer künstlerischen Seite zu präsentieren. Die geplante sechstägige Ausstellung ist der erste Schritt dazu.